Montag, Oktober 04, 2010

Treffen vom 8. September 2010 - Arbeit mit dem 9-Felder-Modell

Nach der Sommerpause haben wir den Abend dazu genutzt um mit dem Neun-Felder-Modell nach Rieforth zu arbeiten. Nach einer kurzen theoretischen Einführung bzw. Wiederholung des Modells haben wir zwei aktuelle Beratungsanliegen in je halbstündigen Coachingstettings beabeitet. Die Protagonisten haben sich dabei je nach Fragestellung entsprechend im auf dem Boden markierten Neun-Felder-Modell bewegt, die anderen Teilnehmer unserer Gruppe die Wirkung der Fragen auf den verschiedenen Ebenen des Modells beobachtet.In der gemeinsamen Reflexion haben wir dann die Vor- bzw. Nachteile des Modells besprochen und insbesondere deren Einsatz und Sinn in Mediationen diskutiert. Insgesamt ein hinfreiches Tool, um alle Dimensionen von Fragen anschaulich "auf dem Schirm zu haben" und nicht Dimensionen, wie etwa Fragen in die Vergangenheit bzw. Zukunft zu vergessen.

Näheres zum Neun-Felder-Modell in ZKM 2004.

Montag, Juli 19, 2010

Treffen vom 14. Juli 2010


Tja, wer hätte das gedacht? Unwetterartige Sturzfluten, Gewitter und umgestürzte Bäume haben unser Treffen beinahe "ins Wasser fallen lassen". Doch pünktlich um 19.15 Uhr riss der Himmel wieder auf und bescherte dem harten Kern unseres Kreises, der sich durch das Unwetter nicht hat abschecken lassen, einen wunderschönen lauen Sommerabend mit einem spektakulären Sonnenuntergang in angenehmer (mal nicht überfüllter) Atmosphäre. Spannende Gespräche, Erfahrungen und Gedanken rund um die Mediation ließen uns bis 23.00 uhr da bleiben: ein sehr gelungener Abend!

Dienstag, Juni 29, 2010

Nächstes Treffen wieder draußen!

Traditionell möchten wir unser letztes Treffen vor den Sommerferien wieder nach draußen verlegen. Wir treffen uns am 14. 7. um 19.30 Uhr wieder in den Rheinterrassen, um dort den herrlichen Sonnenuntergang vor der Kölner Kulisse zu genießen.
Ich freue mich auf einen schönen Abend!

Treffen vom 9. Juni 2010

Sybille stellte eine Schulmediation vor, die sie als Mediatorin zwischen Eltern und Lehrern durchführen wird. Als Setting wählte sie ein Rollenspiel. Trotz schwieriger Rollenspieler gelang es ihr problemlos, die Mediation gut zu leiten. Dies war auch das Ergebnis der anschließenden Reflexion: Weder Unklarheit in der Rolle, noch Probleme mit dem Rollenwechsel Mutter eines Schulkindes - Mediatorin waren Thema. Vertrau deinen Fähigkeiten! Ein weiteres Ergebnis war die genaue Überprüfung des Settings: Wann und inwieweit ist es wichtig, den betroffenen Schüler in die Mediation mit einzubinden? Sybille wird uns über den Ausgang der Mediation unterrichten.

Im nächsten Fall stellte uns Uta eine laufende Erbmediation vor, die zur Zeit zwischen den Anwälten der Medianten "ruht". Nach einer gemeinsamen Reflexion über den bisherigen Verlauf erarbeiteten wir Strategien, wie die Mediation gut weitergeht. Wichtige Punkte: 1. Führung nicht aus der Hand geben. 2. Anwälte funktionieren nur auf Fristenbasis.

Donnerstag, Mai 13, 2010

Ausfall des nächsten Treffens

Unser nächstes Treffen am 19. Mai muss leider ausfallen. Christoph hat einen auswärtigen Termin, der länger dauern wird. Das Wetter lädt leider auch nicht dazu ein, unser Treffen in einen Biergarten nach draussen zu verlegen und Ersatzräume stehen an diesem Termin auch nicht zur Verfügung...
Ich freue mich also auf ein Wiedersehen am 6. Juni!

Treffen vom 14. April 2010

An diesem Abend haben wir gemeinsam einen Workshop und eine Vorlesung zum Thema Streitschlichtung von Eva vorbereitet, den sie in dem Kinder im Rahmen der Kinder-Uni einige Tage später gehalten hat. Ziel des Workshop war es, Kindern die Grundlagen der Streitschlichtung zu vermitteln: Was genau macht ein Streitschlichter an einer Schule? Und was genau macht einen guten Streitschlichter aus? Die Ergebnisse des Workshops wurden anschließend im Rahmen der Vorlesung im Hörsaal vorgestellt. In unserer Gruppe haben wir gemeinsam über Methoden und Settings nachgedacht, die hilfreich sind, um die Zuhörer nachhaltig zu erreichen und einzubinden. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass auch Christoph im Rahmen des Mediationstages in Hamburg einen Vortrag halten sollte, und Renate ein Seminar vorbereiten musste, war dies für alle Teilnehmer ein fruchtbarer Abend.
http://www.kinderuni.uni-koeln.de/

Montag, April 12, 2010

Treffen vom 17. März 2010 -Qualitätsmatrix

An unserem letzten Treffen haben wir uns noch einmal der Qualitätsmatrix gewidmet. Dazu haben wir diesmal einen aktuellen Fall, in dem sich zwei Gesellschafterfamilien seit über 16 Jahren um die Führung einer große Sport- und Freizeitanlage streiten, als Rollenspiel aufbereitet. Die Auftagsklärung mit der Qualitätsmatrix erwies sich dann in der Praxis schwieriger als gedacht. Insbesodere die Formulierung des gemeinsamen Ziels bereitete Schwierigkeiten, so dass wir zunächst noch einmal klären mussten, was wir unter dem Ziel vestehen. Der Zielsatz besteht zum einen aus den Klärungsthemen und zum anderen aus dem dahinter liegenden Gesamtziel. Danach fragte die Mediatorin die Skalenwerte der Parteien für die einzelnen Punkte ab. Wir waren überrascht zu sehen, wie gut dabei diese Form der Auftragsklärung im Rollenspiel funktioniert. Die Protagonisten erlebten die Skalafragen nicht - wie von vielen von uns befürchtet - als nervig und zu methodisch, sondern als klärend und deeskalierend. Wichtig war auch die Frage nach der Verteilung de Verantwortung, die sowohl für die Parteien als auch für die Mediatorin klärend war.
Fazit: Dies sehr systematische Vorgehen ist für hoch eskalierte Konflikte durchaus zu empfehlen.

Donnerstag, März 04, 2010

Treffen vom 10. Februar 2010 - Qualitätsmatrix

Zunächst haben wir an einem Mediationsfall gearbeitet, in dem es darum ging, in einer festegefahrenen Mediation weiter zu machen. Wir haben gemeinsam eine Reihe Handlungsalternativen erarbeitet und dabei wie immer die Rolle des Mediators beleuchtet.

Im zweiten Teil des Abends stellte Christoph dann das Modell der Qualitätsmatrix vor. Er schilderte dabei anschaulich seine Erfahrungen bei der Auftragsklärung einer großen Orchestermediation, die er als Co-Mediator mit Anita von Hertel in der vergangenen Woche durchgeführt hatte. Im Dialog haben wir uns dann über unsere persönlichen Erfahrungen und unterschiedlichen Ansätze zur Auftragsklärung und Herangehensweise zur Mediation ausgetauscht.

Auftragsklärung mit der Matrix Qualitätssicherung:

- Klärungszielformulierung erarbeiten (Klärungsthemen und Ziel)
- Weg zum Ziel definieren
- stabilen Rahmen für das Verfahren schaffen durch Ist-Soll-Skalaabfragen
- Einschätzung der Parteien erfragen, für wie wahrscheinlich sie die Erreichung des Soll-Zieles halten.
- Bei Einschätzungen unter 50% Klärungsziel überarbeiten.

Näher dazu: Anita von Hertel - Professionelle Konfliktlösung
Insgesamt war es wieder ein spannender Abend. Bei unserem nächstes Treffen werden wir das Thema vertiefen und die Arbeit mir dieser Form der Auftragsklärung an einem praktischen Fall üben.

Samstag, Januar 16, 2010

Unser Treffen am 13. Januar 2010

Zunächst informierten diejenigen, die beim gestrigen Mediatorentreffen des Projekts gerichtsnahe Mediation waren, kurz über die Ergebnisse: zum einen wurde die Honorarordnung beschlossen, zum anderen wurde eine Auswertung der Rückmeldungen von Medianden und Anwälten aus der gerichtsinternen Mediation vorgetragen.

Im Verlauf des weiteren Abends haben wir dann an drei konkreten Medaitionsfällen gearbeitet:
Im ersten Fall ging es um anhängliche Medianden, die auch nach Abschluss der Mediation die Mediatorin täglich in Form von Emails auf dem Laufenden halten. Das Anliegen der Mediatorin war es, mit dieser Situation vernünftig umzugehen. Die kollegiale Beratung brachte neben der Reflexion über die Rolle als Mediatorin die Empfehlung, für Klarheit zu sorgen, wobei unterschiedliche Lösungswege der Situation diskutiert wurden.

Im zweiten Fall ging es um eine Blockade in Mediation, in der die Medianden sich nicht öffnen und voreinander Geheimnisse haben, diese Bedenken aber jeweils nach den Sitzungen der Mediatorin präsentiert haben. Neben konkreten Empfehlungen für den Umgang mit solchen Situationen (z. B. Metapherngeschichten, provokative oder überraschende Interventionen, mal was ganz anders machen, fragen, was den Klienten die Mediation heute gebracht hat, Was schätzen sie am anderen, etc.) ging es auch hier in erster Linie um die Klärung, inwieweit sich die Mediatorin für die Ergebnisse der Mediation verantwortlich fühlt und Abstand zu den Klienten hat.

In unserem dritten Fall war das Anliegen einer Mediatorin, ihre Rolle in einer Familienmediation zu überprüfen. Dazu schilderte sie uns zunächst den Fall und musste dann außerhalb des Kreises Platz nehmen. Wir anderen haben dann in einer ersten Runde unsere persönlichen momentanen Gefühle geäußert und danach unsere Hypothesen und Phantasien zu dem Gehörten genannt. Danach wurde die Protagonistin wieder in den Kreis geholt und gab an die Gruppe Rückmeldung, was für sie hilfreich war und was nicht.

Der Abend war wieder einmal so spannend, dass wir um fast eine Stunde überzogen haben, ohne es zu merken...

Sonntag, November 15, 2009

Der Kompetenzkreis wird 2!

Da haben wir direkt noch eine Gelegenheit zum feiern: Anläßlich des nun zweijährigen Bestehens unseres Kreises und des anstehenden Weihnachts-festes treffen wir uns diesmal im Weilokal "Zur alten Wettannahme" in der Südstadt. Ich habe uns dort einen großen Tisch reserviert. Wir sind dort mehr oder weniger unter uns, so dass wir also auch an diesem Abend Gelegenheit haben, unsere Anliegen zu besprechen und uns auszutauschen. Gleichwohl sollen Vergnügen und das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Ich freue mich auf einen schönen Abend,
Dorothea

Freitag, November 13, 2009

Martinsgansessen - 11.11.2009


Auf Einladung des Regionalvorstands des Eucon-Instituts sind Christoph, Renate, Andrea und ich vorgestern nach Düsseldorf gereist, um dort in der Brauerei Schuhmacher am traditionellen Mediatoren-Martinsgansessen teilzunehmen. Die Veranstaltung war rundherum gelungen: Wiedersehensfreude über alte Bekannte, gutes Essen, interessante Gespräche, lustige Anekdoten, neue Kontakte und jede Menge Möglichkeit zum Netzwerken prägten den Verlauf des Abends. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!

Unser Treffen am 21. Oktober

Themen unseres letzten Treffens:
  • Umgang mit Fehler in der Mediationsvereinbarung
In dem ersten Fall ging es um eine Familienmediation, in der während der Mediation (Interessenklärung) beide Parteien darüber einig waren, dass solange nachehelicher Unterhalt gezahlt wird, bis der gemeinsame Sohn 14 Jahre alt ist. In der Vereinbarung wurde dann von beiden Parteien einvernehmlich formuliert, dass der Unterhalt für den gemeinsamen Sohn 2011 enden soll. Die Mediatorin hat dann nach der Mediation bei der endgültigen Formulierung der Abschussvereinbarung festgestellt, dass damit der Unterhalt endet, wenn der Sohn 13 Jahre ist und nicht 14. Es war nicht klar, ob dies nun irrtümlich oder bewußt so formuliert war. An diesem Thema entspann sich eine spannende Diskussion über die Verantwortung des Mediator für den Inhalt einer Abschlussvereinbarung. Während einige Mediatoren sich von den Parteien die Formulierungen diktieren lassen, bzw. die Medianden damit zum Anwalt schicken, arbeiten andere Mediatoren die Abschlussvereinbarung auch in rechtsverbindlicher Form aus, zum Teil wollen die Medianden gerade als Mediationsergebnis einen rechtsgültigen Vertrag.

  • Rechtsinfo vs. Rechtsberatung:

In diesem Kontext wurde auch das Thema Haftung und Rechtsberatung besprochen: Was passiert, wenn beispielsweise die Parteien einen Unterhaltsverzicht vereinbaren, dies aber, was dem Anwaltmediator bekannt ist, nicht rechtswirksam vereinbart werden kann / Ansprüche verjährern / Schriftformerfordernisse nicht eingehalten werden? Inwieweit besteht hier die Gefahr, als Mediator mißbraucht zu werden? Auch hier zeigte sich einmal mehr, wie wichtig die ständige Reflexion der eigenen Rolle ist.

  • Bögen in der Familienmediation

Ein weiteres Thema betraf den Umgang mit den Bögen zum monatlichen Budget / zum Vermögensverzeichnis in der Familienmediation, was einer Mediatorin Schwierigkeiten bereitete. Da die Bögen von den meisten Mediatoren nicht eingesetzt werden, bzw. den Nicht-Familien-Mediatoren erst gar nicht bekannt sind hatte sich dies Thema dann schnell erledigt.

Zuletzt haben wir dann nochmal die Vorbereitung einer Co-Mediation und den Kontakt mit den Parteien und deren Anwälten besprochen.

Dienstag, September 29, 2009

Die Vorbereitung hat sich gelohnt

Mediationsprozess erfolgreich durchgeführt

Der von linken GewerkschaftskollegInnen aus Stuttgarter Betrieben geforderte Mediationsprozess wurde vom 21. - 24. September bei der IG Metall Stuttgart durchgeführt. Nachdem es zwei Tage lang überhaupt nicht danach ausgesehen hatte, kam am späten Mittwochvormittag die Wende: Die Parteien einigten sich auf ein gemeinsames Antreten zur nächsten Betriebsratswahl und der Wiederaufnahme der alternative-Betriebsräte in den Vertrauenskörper. Was das strittige Thema der Zeitung "alternative" betrifft, sollen beide Betriebszeitungen, "alternative" und "Scheibenwischer" vorerst weitergeführt werden, bis ein Konsens über ein neues Kommunikationskonzept der IG Metall bei Daimler Untertürkheim erzielt ist.

Beide Gruppierungen bzw. Fraktionen haben das Mediationsergebnis inzwischen angenommen.

Quelle: www.alternative-info.org

Protokoll unseres letzten Treffens vom 16. September

Im kleinen Kreis zu sechst haben wir einen interessanten Abend mit mehreren Fallbesprechungen u.a. verbracht.

Zunächst ging es um die Situation, dass die Mediatorin im Ergebnisprotokoll eine falsch errechnete Jahreszahl festgehalten hat. Wie geht die Mediatorin damit um, wie ist ihr Selbstverständnis: belässt sie die Sache in der Eigenverantwortung der Medianten und gibt keinen Hinweis oder gibt sie aus Fairnessgründen einen Hinweis an die Medianten verbunden mit der Aufforderung, sich zu diesem Punkt zu äußern?

Dann ging es um einen streitigen Erbrechtsfall und die Frage, wie hier ein Mediationsverfahren eingeführt werden könnte. Soll der Vorschlag nur an die anwaltlich vertretenen Mitglieder über die Anwälte erfolgen oder auch direkt an die anderen Beteiligten gehen? Kann die Parteivertreterin Vorschläge für Mediatoren machen? Wichtig ist für die Anwältin, keine Verantwortung für das Ob und Wie einer Mediation zu übernehmen.

Auch im nächsten Fall (Anfrage Familienmediation) ging es um die immer wieder auftauchende Abgrenzungsproblematik Anwalt / Mediator. Im Erstgespräch ist gründlich zu klären, ob es tatsächlich um das gemeinsame Klären von Konflikten geht oder ob nicht doch eine Rechtsberatung gewünscht ist. Entsprechend der eigenen Aufstellung ist dann weiter zu verfahren.

Es wurde vom kürzlich in Köln gehaltenen Seminar „Kinder in der Mediation“ von Heiner Krabbe berichtet. Es war ein sehr beeindruckendes Seminar, aus dem vieles mitgenommen werden konnte. In Rollenspielen konnte nachempfunden werden, wie es Kindern mit der Trennung der Eltern gehen kann. Herr Krabbe hat viel von seinem Wissen um dieses Thema aus jahrelanger Beschäftigung damit weitergeben können. Eine Fortsetzung dieses Seminars ist geplant.
Für unsere Gruppe bietet Eva Wank an, Teile aus diesem Seminar hier vorzustellen.

Schließlich ging es um die Vorbesprechung eines sehr komplexen Falles aus dem Bereich der innerbetrieblichen Mediation unter Beteiligung von zwei Mediatoren, sechs untereinander zerstrittenen Betriebsratsmitgliedern und zwei Gewerkschaftsvertretern; es stehen drei Tage für die Mediation zur Verfügung, Auftraggeber ist die Gewerkschaft. Die Mediatorin hat den Fall vorgestellt und sich dann außerhalb des Kreises sitzend die Überlegungen und Hypothesen der anderen angehört. Es wurden Ideen zu den Bereichen Ablaufgestaltung, Zeitmanagement, methodische Herangehensweise, Interessen der einzelnen Beteiligten usw. gesammelt.

Donnerstag, August 20, 2009

unser Treffen am 19.08.09

Unser erstes Treffen nach der Sommerpause war wieder ebenso interessant wie bereichernd. Wir haben an drei Fällen gearbeitet:

Zunächst stellte Peter kurz einen Fall vor, den er in den kommenden Wochen mediieren wird. Der Fall soll als Kurzmediation in Co-Mediation durchgeführt werden. Neben der Vorbereitung einer Kurzmediation ging es dabei auch um das Thema, wie wir in Co-Mediationen mit unseren Co-Mediatoren zusammenarbeiten. Unsere Erfahrungen reichten von einem genau abgesprochenen Vorgehen (z. B. einer führt die Mediation, einer Visualisiert; abwechselde Leitung je Phase etc.) bis zu einer gar nicht abgesprochen fließenden gemeinsamen Führung. Die rege Diskussion über Vor- und Nachteile und unsere guten wie schlechten Erfahrungen brachte uns vor allem die Erkenntnis, dass sowohl eine vorherige Rollenklärung sowie ein Austausch über die individuellen Konzepte und Vorstellungen von Mediation sinnvoll und wichtig sind, um die Co-Mediation erfolgreich durchzufühen.
In einem kleinen Exkurs zum Reflecting Team ging es dann in einen Fall von Beate darum, wie und in welcher Form wir in heiklen Situationen Vorbehalte auf den Tisch bringen können.

Den zweiten Fall stellte Friedhelm vor. Ihm ging es darum zu klären, warum ihm nach einer eigentlich erfolgreichen Mediation ein etwas unsicheres Gefühl in Bezug auf die Lösung geblieben ist. Die Mediation ist erfolgreich verlaufen, die Parteien haben sich sehr überraschend plötzlich dahingehend geeinigt, dass einer der Parteien auf seinen Anspruch (ca. 250.000 €) vollständig verzichtete, und zwar lediglich gegen die Zusage, neue Aufträge zu erhalten.
Kernthema war dabei der Umgang mit Machtungleichgewicht in der Mediation und der individuellen Haltung des Mediators hierzu.

In unserem dritten Fall ging es um einen Konflikt mit einem Rechtsanwaltsfachangestellten in einer Bürogemeinschaft, dem immer wieder Flüchtigkeitsfehler unterlaufen. Neben dem Thema Rolle und Verantwortung ging es vor allem darum, dass zunächst zwischen den Anwälten der Bürogemeinschaft geklärt werden muss, welche Vorstellungen und Erwartungen sie von einem Angestellten haben, wie sie gemeinsam mit welchen Schwierigkeiten umgehen wollen, wo die Grenzen sind und wie Alternativen aussehen können.

Zum Thema Auftragsklärung und affirmativer Einstieg bereiten Christoph und ich für unser nächstes Treffen etwas vor.

Sybille Schneider

Montag, August 10, 2009

Bericht vomTreffen am 24.06.2009

Unser erstes Thema war: Akquise von Mediationsfällen unter Rechtsanwälten?
Woran liegt es, dass Rechtsanwälte und Mediatoren sich untereinander kaum geeignete Mediationsfälle zuleiten?

Eine Kernfrage scheint hier das Vertrauen in die Kompetenz eines potentiellen dritten Anwaltmediators zu sein, den man einer Partei empfehlen möchte, aber kaum kennt.

Davon ausgehend stellte sich die Frage, welche Kriterien eine Auswahl bestimmen und
eher geeignet sind, einen passenden Mediator zu finden. Am Ende einer längeren Diskussion waren folgende Kriterien erarbeitet worden:

  • Eine gemeinsame Mediationserfahrung (insbesondere im Wege gemeinsam durchgeführter Co-Meditionen) stärkt das Vertrauen in den jeweiligen Mediationspartner;
  • Der Mediationspartner tritt professionell auf und macht seine Arbeitsweise transparent;
  • Engagement des betreffenden Mediationspartners im Bereich der Mediation (z.B. durch Fortbildung, Teilnahme an workshops, Arbeitgruppen etc);
  • Der Mediator sollte in seiner Persönlichkeit zu den Medianten passen;
  • Der Mediator verfügt über Sachkenntnis in dem Rechtsgebiet, in dem der Mediationsfall angesiedelt ist.

Es bestand Einigkeit, dass es immer noch viel zu wenig Mediationsfälle gibt und noch mehr Augenmerk darauf zu legen ist, ob sich Fälle, die man als Anwalt auf den Tisch bekommt, für die Meditation eignen. Gleiches gilt für die Aufnahme von Mediationsklauseln in Verträge.

Zweiter Diskussionspunkt war die Frage, nach der Zukunft des Kompentenzkreises, siehe hierzu der Post von Dorothea.

Der dritter Punkt betraf die Honorargestaltung bei der Mediation. Insbesondere wurde die Frage diskutiert, wie man damit umgehen soll, wenn man den Zeitaufwand bei einer Mediation unterschätzt hat. Ebenso wurde die Frage diskutiert, ob man dann die Abschlussvereinbarung nach Streitwert abrechnen kann.

Den Abschluss unseres Treffens bildete die Supervision eines von Eva vorgestellten Mediationsfalles, die so spannend war, dass wir darüber fast die Zeit vergessen hätten.

Montag, Juni 29, 2009

Sommerpause!!


Wir machen Urlaub! Weiter geht es mit unserem nächsten Treffen am 19. August.
Bis dahin wünsche ich euch allen erholsame Urlaubstage!
Dorothea

Zukunft - Treffen vom 24. Juni

Bei unserem letzten Treffen haben wir über die Zukunft unseres Kreises gesprochen. Insbesondere ging es dabei um die Frage, ob wir unseren Mitgliederkreis schließen oder nicht. Einige Teilnehmer unseres Kreises haben den Wunsch nach einer möglichst festen Gruppe geäußert die einen vertrauensvollen Rahmen bietet, um auch ganz persönliche Anliegen der Arbeit als Mediator/in zum Thema zu machen. Zudem besteht auch der Wunsch, die Gruppe interdisziplinärer zu gestalten und auch Mediatoren mit nicht-anwaltlichem Hintergrund in die Gruppe aufzunehmen.
Da einige aus dem Einladungsverteiler keine oder nur selten Rückmeldungen geben und oft aus verschiedenen Gründen verhindert sind, haben wir beschlossen diejenigen, ohnehin nicht teilnehmen können, vorerst aus dem Verteiler zu nehmen und dafür zwei bis drei neue interessierte Mediatoren mit viel praktischer Erfahrung und möglicht psychosozialem Hintergrund in die Gruppe aufnehmen. Die regelmäßigen Mitwochstreffen werden wir künftig nur noch zur konkreten persönlichen Fallarbeit zu nutzen. Die "Alten" sind natürlich jederzeit wieder herzlich willkommen, wenn sie wieder Zeit finden, regelmäßig zu kommen.

Daneben werden wir zu einzelnen methodischen und kommunikativen Themen im unregelmäßigen Rythmus offene Abende anbieten und diese auch im großen Verteiler publik machen.

Soweit fürs erste die Neuigkeiten,

Dorothea

Mittwoch, Juni 10, 2009

Treffen vom 20. Mai 2009

Themen unseres letzten Treffen waren
- Rollenwechsel: vom Anwalt zum Mediator
- Schulmediation
- Fall: ausweichender Mediand
- Ideen und Methoden zur Zeitersparnis für Mediationen mit mehreren Beteiligten

Auf dem Weg zum Landgericht, um eine Mediationsakte abzuholen, kam ich ins Gespräch mit dem vorsitzenden Richter der Kammer. Er zeigte sich skeptisch gegenüber dem Kölner Modell der Anwaltmediation und zweifelte insbesondere an der Fähigkeit einiger Anwaltmediatoren zum Rollenwechsel. Als Erklärung führte er - neben einigen gescheiterten Mediationsverfahren - aus, er würde immer wieder Schriftsätze von Parteivertretern erhalten, die stark eskalierend, wertend und unter der Gürtellinie geschrieben seinen, wobei die Verfasser dem Briefkopf zufolge auch Mediatoren seien. Mit einer solchen Haltung sei ein Rollenwechsel zu einem allparteilichen Mediator kaum möglich. Mich hat diese Aussage sehr nachdenklich gemacht, denn Mediation ist nicht zuletzt auch Frage eine Haltung. Machen sich Anwaltmediatoren durch polemisierende Schriftsätze unglaubwürdig? Es macht sie zumindest nicht glaubwürdiger. Wir haben alle in der Mediationsausbildung gelernt wie man durchaus hart verhandeln kann ohne persönliche Spitzen abzuschiessen.

Nächster Termin am 24.6.

Unser nächstes Kompetenzkreistreffen findet am Mittwoch, dem 24.6. um 19.30 Uhr statt. Ich hatte fälschlicherweise den 10. Juni in die rechte Spalte eingetragen und hoffe jetzt, dass keiner heute abend vor verschlossener Türe steht...

Die Einladung folgt wie immer per Email.
Dorothea